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Kopie von Abb. 12 Salzburger PerikopenbuchRoter Bücherei zeigt Buchkunst aus
10 Jahrhunderten

In der Kath. Öffentl. Bücherei St. Verena in Rot an der Rot zeigt Dr. Roland Specker aus Erolzheim von 19. Januar bis 02. März in über 30 kostbaren Handschriften Buchkunst von 500 bis 1500 in Faksimiles.

Sie haben oft Schreckliches erleiden müssen, die mühsam hergestellten Handschriften der Antike und des Mittelalters. Sie wurden geraubt und geplündert, zerrissen und gevierteilt, geschändet und verbrannt. Die wenigen Überlebenden ruhen heute gut behütet in den Bibliotheken und klimatisierten Tresoren der ganzen Welt. Und seit die Kunst des Faksimilierens in den letzten 50 Jahren einen nahezu perfekten Standard erreicht hat, werden sie dabei nur noch selten gestört.

Die Buchmalerei, die Illumation von Handschriften, war über viele Jahrhunderte eine der wichtigsten Darstellungsweisen der bildenden Kunst. Schon sehr früh erkannten die Hersteller von Texten die immense Bedeutung des Bildes für die verstärkte Wahrnehmung des Textinhaltes durch den Leser. So wurden Sachbücher, Erzählungen, religiöse Texte und andere Schriften mit Illustrationen ausgestattet, die nicht nur der Erklärung des Textes dienten, sondern oft durch ihre Symbolkraft einen Eigenwert bekamen.

Die Buchkultur war im Mitteleuropa der Spätantike und der Merowingerzeit nach dem Rückzug der Römer weitgehend erloschen. Erst die Karolinger und besonders Karl der Große gaben den Anstoß zur Wiederbelebung der Handschriften-Herstellung, vor allem durch Kopieren von alten Texten, aber auch durch kreative Neuschöpfung von Schrift und Malstilen.

Die Ausstellung in Rot will an Hand von über 30 bebilderten Handschriften den Weg aufzeigen, den die Buchkultur aus dem Nachklang der Antike über Byzanz, über die Weiterentwicklungen in Spanien und den britischen Inseln, und den Neuanfang durch die Karolinger bis hin zur Hochblüte am französischen Hof des 15. Jahrhunderts genommen hat.

Man kann die Handschriften dem Inhalt nach in weltliche und religiöse Werke unterteilen. Religiöse Schriften, die in dieser Anfangsphase den weitaus größten Anteil von der nachrömischen Handschriftenproduktion hatten, lassen sich in liturgische Werke, die bei der Messe Verwendung finden, und in private Andachts- und Gebetbücher unterscheiden.

Von den Schriften des Alten Testament wurden fast ausschließlich die Psalmentexte in Form des Psalters verwendet. Die Schriften des Neuen Testaments wurden vollständig im Evangeliar kodifiziert, wo hingegen im Evangelistar (Perikopenbuch) nur die Texte aus den 4 Evangelien aufgeführt sind, die in einer vom Kirchenjahr geregelten Abfolge in der feierlichen Liturgie und während der Vigilien der Mönche gelesen wurden.

Stundenbücher sind Gebetbücher für Laien, die aus dem Brevier der Priester entwickelt wurden. Sie wurden inhaltlich vom Auftraggeber sehr unterschiedlich gestaltet und je nach Vermögen auch künstlerisch ausgestaltet und üppig illustriert.

Einen eigenen Typ illuminierter Handschriften bilden die Apokalypsen mit dem Text der Offenbarung des Johannes.  Wie kein anderer Bibeltext bot die Apokalypse dem Buchmaler die Möglichkeit, seine überhitzte Phantasie in Bilder voller mystischer Visionen und schauriger Szenarien umzusetzen.

Von den weltlichen Handschriften sind vor allem die erzählende Literatur, die Heldensagen und die Minnelieder, aber auch medizinische, pharmazeutisch-botanische und astrologische Werke von großer kulturgeschichtlicher Bedeutung.

Zur Eröffnung am Freitag, den 26. Januar 2018 19.30 Uhr hält Herr Specker einen Einführungsvortrag über die Buchkunst des Mittelalters und erklärt einzelne Handschriften.

Während der Ausstellungsdauer ist Herr Specker jeweils am Freitag um 15 Uhr anwesend und beantwortet Anfragen, steht auch für kurze Führungen durch die Ausstellung zur Verfügung.

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